Habilitationen

Sortierung:
» nach Jahr  » nach Name   » Sortierung aufsteigend

Ungerechtigkeit ist stumm - Dr. Jürgen Scharten, Institut für Soziologie, Justus-Liebig-Universität Gießen
Das Forschungsprojekt „Ungerechtigkeit ist stumm“ untersucht die Auswirkungen unternehmerischer Insolvenz auf den Gerechtigkeitsbegriff der Beteiligten. Insolvenz bezeichnet die juristische Feststellung der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung eines ökonomischen Akteurs. Ihre Wirkung besteht im Ausschluss des Akteurs von eigenständiger wirtschaftlicher Tätigkeit. Dabei wird angenommen, dass diese Maßnahme eine gesellschaftlich desintegrative Wirkung erst dann entfaltet, wenn eine konsensfähige sprachliche Vermittlung dieses Ausschlusses nicht mehr in Aussicht steht: Gerechtigkeit bezeichnet danach keinen messbaren Zustand der Verteilung materieller Ressourcen, sondern die Funktionstüchtigkeit des demokratischen Diskurses über die Legitimität dieser Ansprüche. Dem entsprechend tritt ein dissoziativer Konfliktfall auf, wenn die Aussicht auf eine kommunikative Verständigung aufgegeben und der Diskurs beendet wird: Die Ungerechtigkeit ist stumm.
Justus-Liebig-Universität Gießen, 2010
Demokratisierung und neotraditionales Häuptlingtum. Eine vergleichende Untersuchung periurbaner Gebiete in Namibia und KwaZulu-Natal (laufendes Projekt) - Dr. Mario Krämer, Fachbereich 1, Universität Siegen
The research project investigates the role of neotraditional institutions and the chieftaincy in particular in processes of democratisation in sub-Saharan Africa after 1989. It focuses on their impact on democratisation and the configuration as well as consolidation of democracy. By emphasizing the rising significance of the local for the future of political institutions in sub-Saharan Africa, the project examines the diverse interrelations between the national and local level and their potential transformations during processes of democratisation. A key issue in these processes are decentralisation strategies pursued by numerous governments on the continent in the 1990s. The relations between decentralisation, democratisation and neotraditional chieftaincy will be investigated with regard to the political and legal spheres of the local order. The project is comparative in nature and focuses on peri-urban areas in Namibia and KwaZulu-Natal (South Africa). In brief, the project‘s main goal is to contribute to a theory of political order at the periphery of the state and the development of neotraditional rule under conditions of democratisation.
Universität Siegen, 2010
http://www.fb1.uni-siegen.de/soziologie/mitarbeiter/kraemer/
Die politische Ordnung des Flüchtlingslagers. Macht, Organisation und politische Akteure am Beispiel zweier Lager in Sambia - PD Dr. Katharina Inhetveen, Fachbreich 1, Universität Siegen

Die Arbeit leistet einen Beitrag zur politischen Soziologie des Flüchtlingslagers, das für immer mehr Menschen, besonders in Afrika, zu einer oft jahrelangen Erfahrung wird. Vor dem Hintergrund der bisherigen Forschungen wird danach gefragt, wie mit dem Wandel der internationalen Politik seit dem Ende des Kalten Krieges und den Veränderungen im internationalen Flüchtlingsregime sich auch die Flüchtlingslager und im speziellen ihre politische Ordnung wandeln. Es wird untersucht, welche Zusammenhänge die internen Machtstrukturen, die Entscheidungsprozesse und die Konflikte, die das Lager prägen, beeinflussen. Flüchtlingspolitisch wie institutionentheoretisch gleichermaßen relevant ist es dabei, die verschiedenen im Flüchtlingslager lebenden und arbeitenden Menschen als Akteure und die politische Ordnung des Flüchtlingslagers als eigenständig und dynamisch zu verstehen.

Das Habilitationsverfahren wurde am 8. Juli 2009 abgeschlossen, die Venia lautet "Soziologie".
 

Universität Siegen, 2009
http://www.fb1.uni-siegen.de/soziologie/mitarbeiter/inhetveen/kontakt.html
Sektion 'Politische Soziologie' der Deutschen Gesellschaft für Soziologie