| Zwischenwelten: weder Krieg noch Frieden |
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Marcel Baumann Zwischenwelten: Weder Krieg noch Frieden. Über den konstruktiven Umgang mit Gewaltphänomenen im Prozess der Konflikttransformation "The old is dying and the new cannot be born; in this interregnum there arises a great diversity of morbid symptoms." (Antonio Gramsci) In der Clausewitz’schen Definition des Krieges „als Fortsetzung und Durchführung des politischen Verkehrs mit anderen Mitteln“ ist die klare Unterscheidbarkeit von Krieg und Frieden gegeben. Sie wird im berühmten Axiom von Hugo Grotius bestätigt, wonach es zwischen Krieg und Frieden kein Drittes gebe. Doch können die Klassiker der Kriegstheorie das moderne Kriegsgeschehen und vor allem das „Friedensgeschehen“ noch angemessen beschreiben? Schon seit dem ersten Friedensvertrag der Welt, der 1285 v. Chr. zwischen Hethitern und Ägyptern in Kadesh (im heutigen Syrien) geschlossen wurde, verbinden sich mit Friedensverträgen bestimmten Prämissen, die auf spezifische Strategien bzw. Blaupausen der internationalen Gemeinschaft aufbauen: ein Friedensvertrag ist nach dieser Vorstellung ein verbindli-cher Friedensschluss (ein so genanter „definitiver Friedensvertrag“). „Sieger“ und „Besiegte“ schließen einen Vertrag, der die völkerrechtlich verankerte Garantie auf das Ende von Gewalthandlungen beinhaltet. Die Folie für diese ideellen Voraussetzungen von Friedensverträgen liefert ein be-grenzter Friedensbegriff, der Frieden als Resultat bzw. Produkt betrachtet, in der Regel sogar als ausgehandeltes „Endprodukt“. Eine solche Auffassung unterschlägt den Prozesscharakter des Friedens, denn nur das Verständnis von Frieden als Prozess kann erklären, dass entgegen der tradierten Prämissen Friedensprozesse erfahrungsgemäß nicht das Ende von Gewalt sind. Meist werden sie werden von den Protagonisten als Fortführung des Konfliktes — nun mit anderen Mitteln — angesehen. Auf viele Friedensprozesse trifft daher zu, was Gramsci in seinen Gefängnisnotizen die Merkmale einer Krise charakterisierte. Friedensprozesse laufen in der Regel nicht geradlinig auf einen dauerhaften Frieden zu, sondern sind krisenanfällig und von gewaltsamen Rückschlägen geprägt, d.h. es tritt eine Vielzahl krankhafter Symptome auf. Das Alte, der Krieg, wurde zwar durch ein Abkommen beendet, doch das Neue, der dauerhafte Frieden, konnte noch nicht erreicht werden. Friedensprozesse durchlaufen oft ein Zwischenreich (Interregnum). Die 1990er Jahre waren das Zeitalter der Friedensprozesse: Zwischen 1988 und 1998 wurden 38 offizielle Friedensabkommen unterzeichnet, davon 19 alleine auf dem afrikanischen Kontinent. Alle Abkommen versuchten, Kriege zu beenden, die innerhalb staatlicher Grenzen und nicht zwischen Staaten stattfanden. Viele dieser Friedensprozesse konnten jedoch den Krieg nicht hinter sich lassen und führten nicht zum ersehnten dauerhaften Frieden. Vor dem Hintergrund dieses Problemaufrisses ergibt sich das Erkenntnisinteresse: Welche Mechanismen und Interventionsstrategien gibt es, die es verhindern, dass die unmittelbare Nachkriegszeit nicht nur Zwischenkriegszeit bleibt bzw. neue Vorkriegszeit wird? Ziel der Forschungsleistung ist es, zu identifizieren und zu überprüfen, welche Interventionsansätze in den ausgewählten Fallbeispielen zur Anwendung kamen, um Friedenskonsolidierungsprozesse gegen Gewaltphänomene resistent zu machen. Vor allem in den drei Fällen Südafrika, Nordirland und Mazedonien sollen Antworten auf die Frage nach dem konstruktiven Umgang mit Gewalt in Friedensprozessen gesucht werden. Humboldt-Universität zu Berlin. Institut für Sozialwissenschaften, 2007 |
| Die Privilegierte Partnerschaft. Neues Integrations- oder altes Ausgrenzungsmodell? Eine Studie unter Berücksichtigung der fünfzigjährigen Beitrittsbemühungen der Türkei zur Europäischen Union. |
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Christian Johannes Henrich Seit Februar 2007 promoviere ich bei Prof. Leggewie in Gießen. Gießen, 2007 |
| Rechtsextremismus in Deutschland seit 1990 - eine Lokalstudie |
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Andreas Klärner Das Auftreten der Rechtsextremen in der Öffentlichkeit, ihre Aktionsformen und Handlungsstrategien haben sich seit der Wende gewandelt. Rechtsextreme Demonstrationen, Konzerte und Saalveranstaltungen gehören mittlerweile vielerorts zum Alltag, Unterschriften- und Flugblattaktionen, Hausbesetzungen und viele andere Formen des Protestes wurden von den in den 1970er Jahren in der Bundesrepublik entstandenen „neuen sozialen Bewegungen“ übernommen. Der Rechtsextremismus hat sich in den Jahren nach 1989/90 verjüngt und dynamisiert. Waren bis 1989 in der alten Bundesrepublik Wahlparteien wie die Republikaner, die DVU oder die NPD dominierend, traten nun junge Erwachsene in Freien Kameradschaften und anderen losen Zusammenschlüsseln in Erscheinung, die ihr Ziel nicht mehr in der Teilnahme an Wahlen sahen, sondern ihre politischen Vorstellungen offensiv, nicht selten mit Gewalt auf der Straße vertreten wollten. Im Rahmen einer lokalen Fallstudie wurden die Aktionen der rechtsextremen Szene in einer ostdeutschen Stadt über einen Zeitraum von anderthalb Jahre beobachtet. Die Untersuchung rekonstruiert die Entwicklung der Szene anhand von Dokumenten und Interviews, die mit Gegnern sowie mit Anhängern der rechtsextremen Szene geführt wurden. Die wichtigsten Protagonisten werden in Porträts vorgestellt. Ihr Selbstverständnis, ihre politischen Wunschvorstellungen und ihre Stellung zur Gewalt werden auf Basis der Interviews analysiert. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die politischen Aktivisten der rechtsextremen Bewegung. Sie sind diejenigen, die neue Handlungskonzepte und Aktionsformen entwickeln, Anhänger rekrutieren und indoktrinieren sowie Veranstaltungen organisieren. Im Hinblick auf die Dynamisierung des Rechtsextremismus sind sie daher von wesentlicher Bedeutung. Anders als die fremdenfeindlichen Gewalttäter werden diese Organisatoren der Bewegung nur selten straffällig – im Gegensatz zu den Straftätern wissen wir über diese (vorgeblich) gewaltfrei auftretenden Aktivisten und Führungspersonen daher noch relativ wenig. Im Untersuchungszeitraum von 2001 bis 2002 war zu beobachten, dass sich die Szene zunehmend von Gewalt distanzierte und versuchte mit anderen – zivilen – Protestformen Aufmerksamkeit, Anerkennung und Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu erreichen. Die Auswertung der Interviews zeigt aber, dass sich die politischen Ziele und Wunschvorstellungen der Protagonisten von einer ethnisch homogenen, von Fremden und politischen Gegnern „gereinigten“ Volksgemeinschaft nicht geändert haben. Mit der zu beobachtenden taktischen Zivilisierung ihrer Anhängerschaft und einer offensiv propagierten Abkehr von Gewalt reagierte die Szene auf die Delegitimierung fremdenfeindlicher Gewalt und die gesellschaftliche Ausgrenzung des Rechtsextremismus in der Öffentlichkeit. Die Dissertation wurde 2008 in der Hamburger Edition unter dem Titel "Zwischen Militanz und Bürgerlichkeit - Selbstverständnis und Praxis der extremen Rechten" veröffentlicht. TU Darmstadt, 2007 Internet-Link: http://www.his-online.de/verlag/programm/detailseite/publikationen/zwischen-militanz-und-buergerlichkeit.html |
| Radikaler Antisemitismus. Zur Analyse antisemitischer Semantiken von links und rechts in Deutschland. |
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Claudia Globisch Universität Erlangen-Nürnberg, 2008 Internet-Link: http://www.kulturhermeneutik.uni-erlangen.de/ehemalige/claudia_globisch_de.php |
| Was leistet die Theorie der radikalisierten Moderne Anthony Giddens für das offene Projekt der Neuerfindung sozialistischer Theorie und Politik? |
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Jörg Hess TU Chemnitz, 2008 |
| The role of authority in African political culture – a case study of the Zambian Copperbelt |
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Esther Uzar Esther Uzar is studying the role of authority in political communication in the trade union context of a Copperbelt town in Zambia. She wants to find out which forms of authority are present in this context and how they structure political debate, in order to clarify how the concept of authority can contribute to the analysis of the development of the political sphere. The project is funded by the German Research Foundation (DFG). University of Basel, Centre for African Studies, 2014 Internet-Link: http://zasb.unibas.ch/about/people/ |